Praktisch und modisch: die neue Berufsmode
Die Zeiten, in denen Berufsmode vor allem praktischen Anforderungen zu genügen hatte, gehören glücklicherweise der Vergangenheit an. Praktisch und zugleich modisch, ist der Anspruch an die neue Berufsmode. Das heißt, man muss sich in ihr frei bewegen können, denn schließlich soll man darin ja arbeiten, aber auch die Optik darf nicht auf der Strecke bleiben. Für medizinisches Personal heißt dies beispielsweise, dass sich die Schnitte der Berufsmode mehr und mehr an der Alltagsmode orientieren. Weißer Kittel war gestern, und auch das ausgeleierte formlose T-Shirt, das getragen wurde, nur weil es eben weiß ist, wird immer seltener gesichtet. In den meisten modernen Arztpraxen hat niemand mehr etwas dagegen, wenn die Arzthelferinnen im Sommer beispielsweise in schicke weiße Siebenachtelhosen schlüpfen, im Krankenhaus guckt keiner mehr schräg, wenn der Pfleger in Polohemd und Cargohose erscheint. Letztere kann mit ihren vielen Taschen durchaus eine Arbeitserleichterung bedeuten. Moderne Funktionsmaterialien und High-Tech-Fasern, die einerseits atmungsaktiv sind, andererseits aber auch Körpernässe abtransportieren, machen die modische Berufsbekleidung angenehm zu tragen und sind obendrein ein Plus an Hygiene.
Dies ist besonders in Berufen, wo man sich viel bewegt, von Vorteil. Ob Kellner, Zimmermädchen bzw. Room Boys, ob Masseur oder Physiotherapeut – in Berufen, in denen traditionellerweise eine bestimmte Berufsbekleidung getragen wird, ist man oftmals den ganzen Tag auf den Beinen. Auch bei den Arbeitgebern, die die Berufsbekleidung zum größten Teil stellen, setzt langsam ein Umdenken ein. Schließlich soll die Erscheinung der Mitarbeiter zum Image des Hauses passen – und dies geht mit der Zeit. Was vor zwanzig Jahren noch der letzte Schrei war, ist heute nicht mehr zeitgemäß. Wer um ein jugendliches, frisches Image seines Hauses bemüht ist, stattet auch seine Mitarbeiter mit modischer Berufsbekleidung aus.
Vorreiter ist hier die Wellness-Branche, die sich immer mehr vom sterilen Weiß entfernt und ihre Mitarbeiter in Wohlfühlfarben füllt. Ebenso wie die Farben der Einrichtung gehören die sanften Töne der Mitarbeitergarderobe, die oftmals ebenfalls in den jeweiligen Hausfarben gehalten werden, zu einem harmonische Gesamtauftritt, der dem Gast schon rein optisch Wohlbefinden vermittelt. Raffinierte Details wie beispielsweise chinesische Krägen oder dezente Ton-in-Ton-Stickereien auf der Brusttasche verleihen der Berufsbekleidung modische Eleganz, ohne aufdringlich zu sein. Denn was schon bei der Alltagsmode gilt, trifft umso mehr auf die Berufsbekleidung zu: Nicht zu Kleidung soll wirken, sondern der Mensch, der sie trägt.