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Modische und stylische Loungewear

Modische Freizeitbekleidung zu finden war lange Zeit ein Ding der Unmöglichkeit. Entweder war Bekleidung schick, oder sie war bequem. Man denke hier nur an die allseits beliebten Jogginganzüge aus Ballonseide, die in den Achtzigerjahren die heimischen Wohnzimmer eroberten.

Schön war der Anblick nicht! Auch im gestreiften Pyjama vergammelte Sonntage oder im sogenannten Hauskaftan verbrachte Vormittage gehörten sicherlich nicht zu den modischen Highlights der Menschheit. Erst mit dem vor wenigen Jahren einsetzenden Trend des Cocooning – den Rückzug ins Private bzw. die eigenen vier Wänden, um dort mit Freunden zu Relaxen, zu Kochen oder sich bei Spieleabenden zu amüsieren – und den gehobenen Anforderungen, den dieser an das heimische Ambiente stellte, entdeckten die Designer die Homewear für sich.

Ein Lifestyle Trend, geboren in den Chill-out-Zonen der mit Sitzsäcken, Sofas und Liegewiesen ausgestatteten hippen Clubs der Großstädte, die die Grenze zwischen draußen und drinnen, öffentlich und privat verschwimmen ließen.

Nach der Bar noch schnell die Freunde mit ins Wohnzimmer nehmen? Oder umgekehrt, von der Couch in den Club und danach noch zum Yoga? In einer unkomplizierten, aber immer gut geschnittenen Garderobe kein Problem. Loungewear musste bequem sein, weshalb sie oftmals aus pflegeleichten, weichen und vor allem knitterarmen Materialien wie Baumwolljersey besteht. Die Schnitte figurbetont bei den Oberteilen, lässig bei den Hosen. Im Prinzip ist man mit zwei bzw. drei Teilen gut angezogen. Hierzu nehme man eine locker fallende Jerseyhose, gern hüftig geschnitten und mit Tunnelzug versehen. Sitzt immer und passt zu dem meisten Schuhwerk, ob Sneakers, FlipFlops oder nackten Füßen. Das Oberteil entweder ein enges T-Shirt, gern auch gerippt, und als Reminiszenz an die aus der Sportswear entstandene Club Couture mit großflächigen Motiven bedruckt, oder ein klassisches Poloshirt. Darüber kommt ein Hoody genannter Kapuzenpulli mit Kangurutasche – bequemer geht es kaum noch. Die Innenseiten aus leicht aufgerauter Baumwolle lassen ein Gefühl von Geborgenheit aufkommen. Vielleicht auch deshalb, weil uns insbesondere der Hoody an die Kleidung unserer Kindheit erinnert.

Auch simple Shirtkleider sind aus der modernen Loungewear nicht wegzudenken. Durch ihren Stretchanteil machen sie jede Bewegung mit, sitzen immer bequem – und Frau ist mit nur einem Kleidungsstück zu jeder Gelegenheit perfekt angezogen. Schön, dass sich mittlerweile auch die renommierten Modemacher nicht mehr zu schade sind, urbane Freizeitkleidung zu entwerfen – man denke hier beispielweise an die für jedermann tragbaren Stücke von Michael Michalsky.